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Drama in Castrop

Beim Willi-Schniewind-Mannschaftspreis wird am grünen Tisch geklärt, ob der Aufstieg in die 1. Liga klappt! Und das kam so..... 

Am Sonntag fand auf der gut gepflegten Anlage in Castrop-Frohlinde der alljährliche Kampf um Auf-, Abstieg oder Verbleib in der 2. Liga statt. Die extremen Temperaturen mit über 30 Grad forderten den Spielern und Caddies wirklich alles ab, zumal nach den Einzelzählspielen mit dem Lochspiel eine weitere Runde zu spielen war.

Nach dem Zählspiel war die Mannschaft auf dem sicheren 2. Platz, was nach den gespielten Ergebnissen niemand so wirklich erwartet hatte. Allerdings hatten alle Spieler mit dem böigen Wind und den wetterbedingten Umständen zu kämpfen und somit war das erklärte Ziel „Klassenerhalt“ ersteinmal erreicht. Das beste Ergebnis hatte die Mannschaft des GC Bergisch Land erzielt, die mit 4 Plushandicapern (Herren +2,1 und +0,8 und 2 Damen aus der 2. Bundesligamannschaft mit +1,6 und +1,0) das mit Abstand stärkste nominelle Team stellte und somit der Gegner im Lochspiel war. Die Spieler des Royal St. Barbara‘s waren „heiß“ auf das Lochspiel und legten los wie die Feuerwehr beim Waldbrand. Sebastian Schmidt kam für Julius Grewe, ansonsten starteten alle Spieler wie im Zählspiel und das war eine wirklich gute Entscheidung. Massimo Iciek bekam es mit Jens Geweke (Hcp +2,1) zu tun, der an diesem Tag keine Chanced hatte. An der 9 lag Massimo bereits mit 4 Loch vorne und ließ sich das Match nicht mehr nehmen, an der 15 war es für Geweke vorüber, der sichtlich frustriert war, aber dazu noch später. Lars Christian Schütte spielte gegen Lars Schönebeck, den er nach 7 gespielten Löchern mit 6 Lochgewinnen wie ein Wirbelwind weggefegt hatte und letztlich souverän gewann. Fred Kraschinsky spielte gegen die Nummer 1 der Damen des GC Bergisch Land und ließ ihr nicht den Hauch einer Chance. Er führte von Beginn an und baute den Lochvorsprung kontinuierlich weiter aus. An der 14 (!!!) war auch dieses Match entschieden und es war mindestens ein Punktegleichstand und Stechen gesichert, falls alle anderen Paarungen verloren gehen würden.

Schließlich begann ein echter Krimi in der letzten Partie mit Moritz Schwarzbach, der sich einen harten Fight mit Larissa Skodda lieferte. Niemand aus dem Duo konnte sich entscheidend absetzen und so ging es in diesem Herzschlagfinale auf die alles entscheidende 18. Bahn mit einem Loch Rückstand für Moritz Schwarzbach, der aber den Gleichstand noch herbeiführen konnte. Die Ehre lag bei der Dame, die zum Entsetzen der mitgelaufenen Mannschaftskollegen den Ball links ins Rough schoss. Leider konnte auch Moritz das Fairway nicht treffen, um sich somit einen Vorteil zu verschaffen, aber zumindest wurde sein Ball im Rough sofort gefunden. Die Mitspielerin entschloss sich zu einem provisorischen 2. Abschlag, den sie sicher auf das Fairway brachte. Danach machte sie sich auf den Weg zu ihrem Ball, den sie aber nicht „fand“, obwohl ihr Michiel Peetoom als unmittelbarer Zuschauer die genaue Lage des „unspielbaren“ Balles in einem Riesenbusch mitgeteilt hatte, der später eindeutig als ihr Ball identifiziert wurde. Offensichtlich war ihr Plan von vornherein das Spielen des provisorischen Balles, was sie dann auch tat.

Beim anschließenden Beenden des letzten Loches kam auch durch mitgelaufene Zuschauer und Mannschaftsmitglieder immer mehr Hektik und leider auch Agressivität auf, die darin gipfelte, das sich Massimo Icieks Gegner Jens G. vor Nigel Brennan „aufbaute“ und eine nicht gerade im Golfsport übliche Verbalattacke auf den Briten abließ. Brennan zeigte britisches Understatement und blieb trotz der verbalen wie meteorologischen Hitze cool. Die zwischenzeitlich herbeigerufenen Schiedsrichter hatten größte Mühe, die widersprüchlichen Aussagen verschiedener Zuschauer und Beteiligter zu sortieren und entschieden nach langem Hin und Her auf einen Lochgewinn für den GC Bergisch Land, dem der unmittelbare Protest vom Royal Dortmund Captain Jochen Marquardt folgte. Ihm war die angeführte Decision zum Lochgewinn nicht nur zu wenig, denn er hatte eine völlig andere Sicht des Regel- und Sachverhaltes, die zum Lochgewinn für Moritz Schwarzbach und somit zum Unentschieden geführt hätte.

Es folgten also weitere Anhörungen und Gegendarstellungen und man einigte sich nach fast 2 Stunden endlich auf ein Stechen, um ein „vorläufiges“ Ergebnis herbeizuführen. Das Stechen gewann der GC Bergisch Land am ersten Extraloch und somit ist der „vorläufige“ Aufsteiger in die 1. Liga der GC Bergisch Land. Das letzte Wort hat allerdings noch das Sportgericht des Verbandes, der nach Vorlage der Berichte der Referees und der Kapitäne entscheiden wird, wer sich regelgerecht verhalten hat und letztendlich aufsteigt.

Als Fazit bleibt eine starke Vorstellung unserer Mannschaft mit einer deutlichen Formverbesserung und einem vorbildlichen Auftreten, was für das nächste Heimspiel der DGL-Herrenmannschaft auf einen starken Auftritt hoffen lässt und die Punktesituation für den Klassenerhalt deutlich verbessern kann.